Fünf flotte Fragen an … Hutmacherin Nele Charlotte von NCA

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Hut tut gut. Das findet nicht nur die in der deutschen Hauptstadt werkende Hutmacherin Nele Charlotte Schreiner – spätestens seit zwei Kollektionen voller charmanter Schopfbedeckungen auf ihrem Label NCA sind auch Freunde mutiger Mode ganz wild auf Neles Kreationen. In der Vergangenheit ertüchtigte sich die Endzwanzigerin mit dem Händchen für Hüte bereits für Hollywoodregisseur Roland Emmerich und mischte bei der Ausstattung seines Shakespeare-Thrillers „Anonymus“ mit. Oder arbeitete für die Oper. Ihre schicken Stücke von NCA dagegen sind dafür gemacht, um sich im Jetzt und Heute kopfüber ins Nachtleben zu stürzen, nachmittags Arme baumelnd durch die Stadt zu schlendern und bei Sonnenuntergang ein Bier im Park zu trinken. Also für immer eigentlich…

Liebe Nele, wie bist du auf den Hut gekommen?

Ich bin vielmehr auf den Schaffensprozess des Hutes als auf den Hut an sich gekommen.
Ich war so fasziniert von der Herstellungsweise bzw. dem Handwerk der Hutmacherei, das ich beschloss genau das zu lernen. Hüte sind  wunderbare Objekte, um sich kreativ auszuleben. Sei es in ihrer Herstellung oder ihrer Tragweise.

Welche Leute greifen zu deinen Schopfbedeckungen?

Ganz genau kann ich das leider gar nicht sagen, da bei NCA viel über das Internet gekauft wird und ich dann nur Namen und Adresse der Kunden kenne. Ich würde aber sagen, dass wahrscheinlich Mitte zwanzig bis Mitte vierzig jährige Männer und Frauen NCA kaufen.

Passt so ein Hut wirklich zu jedem Anlass?

Ich glaube heutzutage kann man tatsächlich zu jedem Anlass einen Hut bzw. eine Kopfbedeckung tragen. Wichtiger als der Anlass ist eher die Stimmung des Trägers zu der ein Hut getragen wird. Sobald eine Kopfbedeckung nicht selbstverständlich getragen wird, wirkt der Träger/die Trägerin  verkleidet.

Welche Bedeutung hatten Hüte damals – und welche haben sie heute?

Früher waren Hüte grundsätzlich ein unentbehrlicher Bestandteil der Kleidung bzw. der Ausgehkleidung. Fast wie Schuhe. In vielen Kulturen stellte der Hut ein Symbol für einen sozialen Status oder die Gruppenzugehörigkeit dar und kaum einer ging ohne Hut oder Kopfbedeckung vor die Tür. Heute sieht man im Vergleich dazu natürlich viel, viel seltener Menschen mit Hüten auf dem Kopf, und wenn, dann dienen diese überwiegend als modisches Accessoire. Abgesehen natürlich von einigen Regionen im Süden. Dadurch ist auch der Beruf des Hutmachers bzw. der Hutmacherin ein fast ausgestorbenes Handwerk. Aber der Hut kommt wieder, da bin ich sicher. Zumindest sind wir auf einem guten Weg zurück zum Hut

Welcher Berühmtheit würdest du gerne mal einen passenden Hut auf den Kopf schneidern? Und warum?

Oh da gibt es viele! Zwei, die mir spontan einfallen, wären z.B. Prince und David Bowie. Tolle Köpfe, großartige Künstler und absolut einzigartige Charaktere.

Wer (wie ich!) nie mehr „oben ohne“ sein will und sich einen Hut von der lieben Nele wünscht: Auf Anfrage fertigt sie persönliche Exemplare an. Bestellen könnt ihr diese online bei NCA.

© Fotos: Lennard Rühle

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